Das verlorene Jahr

Das verlorene Jahr

 

In einer Zeit in der immer mehr negatives in den Medien verbreitet wird, sind wir immer mehr auf der Suche nach dem Positiven oder sind wir schon so drauf dass wir nur das schlechte und negative versuchen aufzusaugen?

Mit Negativem meine ich zum Beispiel das es immer mehr Menschen gibt die mit ihren Handys Unfälle Unglücke und Missgeschicke aufnehmen um diese dann schnell wie möglich weiter verbreiten zu können.

Es gibt immer mehr Sendungen in denen gezeigt wird was eigentlich nicht so gut ist.

Wir sind als Menschen kaum noch gewohnt etwas Nettes, Gutes und Besonderes einfach wert zu schätzen.

Wir haben unseren Fokus auf das Sensationelle, egal auf wessen Kosten dies läuft, ausgerichtet.

Wir haben immer mehr Horrorfilme im Abendprogramm und durch die neuen Medien können wir dies auch rund um die Uhr in unsere Wohnungen holen. Wir haben so viele amerikanische Serien im Angebot das wir eigene Serien gar nicht mehr schauen brauchen, da wir ja schon genügend von der USA haben.

Wir haben einen amerikanischen Präsidenten der Sachen raus haut, da denken wir oft wir seien in einem Horrorfilm oder ein Film in der Zukunft aus dem nächsten Jahrtausend läuft gerade.

Nicht nur die Staaten um uns herum werden immer radikaler, unser eigener wird es ja auch.

Wir erleben eine religiöse Radikalisierung die uns in den nächsten Jahren noch schwer zu schaffen machen wird.

Wir haben also genügend Probleme und müssen dann wohl nicht mit dem Handy auf der Autobahn das Unglück anderer noch direkt filmen um es danach unseren Freunden und der Welt schicken zu können.

Wir können dann sagen, ich war dabei und seht her was bin ich doch für ein toller Hecht oder Hechtin um das andere Geschlecht nicht zu vergessen.

Wie ich das mit dem ES noch verarbeiten soll, das ist mir selber noch schleierhaft.

Wie wird das dann mit den öffentlichen Toiletten werden gibt es dann noch mehr andere Toiletten oder………

Aber ich glaube wir haben wichtigeres!

Ist nicht die Regierung eine geschäftsführende, weil die Mädels und Jungs es nicht schaffen sich zu einigen?

Wieviel Zeit geht uns dabei verloren?

Wir haben immer mehr Menschen die von dem was sie mit ihren eigenen Händen gearbeitet haben nicht mehr leben können.

Wir haben genügend Rentner die nicht genug Rente haben.

Wir sagen immer wir sind ein sehr reiches Land, warum haben wir dann die Tafeln nötig?

Warum haben wir ein Sozialamt eigentlich sollte dieses überflüssig sein.

Wir wählen als Reaktion auf diese Missstände die AFD und denken mit dem Protest könnten wir viel bewegen.

Wir haben viel bewegt, wir sind nur noch geschäftsführend regierbar.

Ich glaube dies sollte nicht das Ziel sein.

Populismus ist nicht immer gut.

Missstände benennen sollte immer möglich sein.

Aber wir haben zu viel Regeln dafür. Wir dürfen uns nur noch politisch korrekt äußern und dann am besten genauso wie es die Bundesregierung und die etablierten Parteien es möchten.

Gleichheit wie es im Grundgesetz steht, kann man sich bald nicht mehr leisten und dennoch kommen die Menschen nicht darauf das wir an der Partei die Linke in Zukunft nicht mehr vorbei kommen, da diese versucht das es auch den Unterprivilegierten den Unterbezahlten, den Unterernährten, denen den es einfach schlechter geht und die durch Leistung es trotzdem nicht schaffen genügend Kohle zu verdienen um anständig davon leben zu können.

Wir haben uns kaputtgespart und wundern uns wenn diejenigen die gar nicht zum Sparen kommen immer weiter nach rechts abdriften.

 

Ich denke aber ich habe eine Geschichte die zur Nachahmung empfohlen wird und auch schon Nachahmer gefunden hat.

Es war einmal vor vielen Jahren da kam ein Junge in eine Wohngruppe.

Dieser Junge hatte noch zwei Brüder und eine Schwester.

Alle fanden da es Zuhause nicht so richtig klappte, ein Zuhause in der Jugendhilfe auf Zeit.

Ich bot dem Jungen an für ihn im EJC einen Platz zu finden, als er damals aus der DWG ging. Er kam ca. 1 Jahr später zu uns weil er Hilfe brauchte. Sein Wohnort war zu diesem Zeitpunkt weiter weg in einem anderen Landkreis.

Dieser Junge wurde Mitarbeiter und zwar nicht nur bei den Veranstaltungen sondern sogar als Keller MA. Er lernte verlässlich zu sein und bekam eine klare Ansage das sein Bruder der auf der gleichen Gruppe damals war keinen Platz bei uns bekam, da dieser etwas abgeschlagen war. Ich sagte dem Jungen wenn wir deinen Bruder hier aufnehmen wird er dir den Platz streitig machen. Der Junge hatte am Anfang große Schwierigkeiten damit. Aber er erkannte dass dies der richtige Schritt war.

Nach Jahren wollte er aber den anderen Bruder bei uns im EJC unterbringen. Dieser wohnte auch in einem anderen Landkreis. Auch er war in der Jugendhilfe und hatte einen gesetzlichen Betreuer. Diesen bekam er Aufgrund einer Behinderung, welches uns aber nicht interessierte, da bei uns alle Menschen gleich sind.

Wir hatte jetzt somit zwei Brüder bei uns die sich oft sehr bemühten dem EJC zu gefallen. Der eine war sehr fleißig und ich half ihm eine Freundin zu finden.

Beide gingen ihren Weg bei uns. Jeder machte zusätzlich Probleme auf seine Art und Weise. Aber wir waren dabei den Jungs immer zu helfen.

Mit der Zeit stellte sich heraus dass der eine Bruder etwas mehr Probleme hatte und machte. Er passte immer weniger in unsere Organisation und wir bemühten uns über Jahre dieses auf ein erträgliches Maß zu bringen. Leider trotz sehr großem Aufwand und der zusätzlichen Probleme die durch das Verhalten des einen Bruders entstand wurde es auch in der Beziehung des anderen Bruders immer dunkler am Horizont. Der Bruder bekam richtig Probleme mit seiner Freundin die eine sehr lange Zeit schon aktiv in unserem Hause war. Dies führte dazu das sehr viele Gespräche die nicht erfolgversprechend waren gelaufen sind. Dies ging so weit, das sogar meine Gesundheit hier in Mitleidenschaft gezogen wurde, da wir keine adäquate Lösung fanden.

Somit kam es zum ich weiß nicht wievielten Ausstieg von beiden Seiten des Bruders.

Wir setzten um uns selber zu schützen ein absolutes Stopp und brachen gezielt den Kontakt ab.

Vor circa. 3 Wochen habe ich dann den Bruder bei uns ist sowie die Steuerungsgruppe mit einem Vorschlag überrascht.

Wir nehmen den Bruder wieder auf, aber wir sehen seine Behinderung die einfach da ist.

Wir lassen den Bruder wieder teilhaben an unseren Veranstaltungen aber wir fordern nichts mehr ein. Wenn er da ist dann ist er da wenn nicht dann fragt keiner warum er es nicht geschafft hat zu uns zu kommen obwohl es wie früher ausgemacht war. Nein wir machen nichts mehr aus, wenn er da ist, ist er da.

Nachdem ich das soweit in unserer Leitungsebene geklärt hatte, kam ich mit dem Hammer. Ich sagte ich möchte den Bruder zur Weihnachtsfeier einladen. Dies kam selbst bei dem Bruder der immer treu zum EJC stand gar nicht gut an. Ich setzte mich einfach als Vater des EJC durch und lud den anderen Bruder ein.

Ich freue mich dass der andere Bruder hier ist und da er hier ist hat er auch seine Behinderung mitgebracht.

Wegen dieser Behinderung ist für ihn und uns ab heute alles anders.

Der Bruder darf da sein wenn er will er darf auch nicht da sein wenn er will. Er darf sich nur nie mehr bei uns für eine Veranstaltung anmelden. Denn wenn er dies tut dann bekommt er keine Informationen wann eine Veranstaltung stattfindet und er ist raus. Ganz einfach für uns hoffentlich auch ganz einfach für ihn, den verlorenen Sohn der ab sofort als Behinderter auch bei uns so geführt wird aber wenn er es will als Behinderter teilhabe mit seinen Fähigkeiten haben kann und darf.

DIES HÖRT SICH ZWAR SEHR HART AN, WAR ABER AUCH EINE SEHR HARTE ZEIT DIE WIR HIER DURCHLEBT HABEN.

Und somit ist es kein verlorenes Jahr sondern ein Jahr unseres Erfolges das wir es geschafft haben eine Lösung nach Biblischem Vorbild zu schaffen.

 

Ich wünsche uns für das Jahr 2018 die Möglichkeit gutes für uns und für andere zu tun und uns dabei gut fühlen zu können.

 

Möge unser Gott uns auf unseren oft sehr schwierigen Wegen begleiten und uns beistehen in schwierigen Zeiten die kommen werden.

 

Jörg Neff