Impuls zur VAK vom 09.11.2007

Anrecht auf einen Parkplatz


Jeder, der mit einem Auto unterwegs ist, benötigt in der Zeit, in der er das Auto nicht bewegt einen Parkplatz. Meistens hat man Zuhause vor dem Haus auf der Straße eine Möglichkeit den Wagen abzustellen. Einige verfügen sogar über einen privaten Parkplatz in Form eines Autoabstellplatzes oder wenn es ganz toll her geht über eine Garage.


Falls man einen Arbeitsplatz hat, hat man da auch die Möglichkeit den Wagen zu parken. Die Kommune stellt auch viele Parkmöglichkeiten bereit. Des weiteren gibt es Geschäftsleute, die extra Parkhäuser bauen, um hiermit Geld zu verdienen.


Parken hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert, da das Auto zu den wichtigsten Statussymbolen gehört. Manche Leute haben einen Parkausweis für bestimmte Plätze und sind somit privilegiert.


Viele Menschen brauchen aber gar keinen Parkplatz, da sie über kein KFZ verfügen. Meistens sind dies aber keine Menschen, die aus Überzeugung kein KFZ besitzen, sondern weil sie sich dieses nicht leisten können. Ich möchte nicht sagen, dass man zum Glücklichsein ein KFZ benötigt, obwohl die Werbung uns dies ganz klar suggeriert.


Jeder Mensch auf diesem Planeten sollte für sich einen eigenen Platz haben. Nicht mal dies funktioniert in unserem Land richtig. Es gibt genügend Menschen, die als Wohnsitzlose keine eigenen Platz haben oder diesen halten können. Wenn wir die gesamte Erde versuchen zu betrachten, werden wir noch mehr Menschen finden, die sogar als ganze Volksgruppen keinen eigenen Platz mehr haben.


Wie geht es uns? Haben wir einen eigenen Platz? Sind wir mit unserem Platz anerkannt? Respektiert man uns mit unserem Platz, den wir uns erarbeitet haben?


Von welchen Parkplätzen rede ich? Ist vielleicht der Platz in der eigenen Familie, dem kleinsten System, das es gibt gemeint? Den Platz in der Schule? Den Platz im Betrieb? Den Platz in der Peergroup? Den Platz beim Arbeitsamt? Den Platz beim EJC? Den Platz in der Partnerschaft?


Von was rede ich?

Jeder Platz muß erarbeitet, erkämpft, erobert, gehalten werden. Oft ist es ein Fluch, eine Flucht, eine Belastung, eine Freude oder was sonst noch seinen Platz zu halten.

Wenn es um Ämter geht, findet man oft kaum Menschen, die einen besonderen Platz einnehmen möchten. Am Sonntag wird in Württemberg der neue Kirchengemeinderat gewählt. Es haben sich Menschen nach langer Suche bereit erklärt für 6 Jahre die Geschicke dieser Kirchengemeinde zu lenken. Dieser Platz muß für 6 Jahre besetzt werden. Welcher junger Mensch kann für die nächsten 6 Jahre sagen, was er in dieser Zeit tun möchte? Wer bindet sich solange u. belegt einen wichtigen Platz?


Mein Platz ist der EJC!

Dieser EJC hat viele Höhen und Tiefen erlebt und ich bin immer noch da! Ich habe mein eigenes Parkplatzschild in Form einer Clubcard schon sehr lange. Ich habe auch schon viel Prügel dafür bekommen. Ich werde auch weiterhin viel Prügel bekommen. Habe ich dies verdient? Bin ich so veranlagt, dass mir Prügel gut tun? Was treibt mich an diese Belastung hier auszuhalten?

Mein Glaube!?!?

Ich habe als Christ einen Parkplatz, den ich innerhalb der Gemeinschaft belegt habe. Ich habe einen Platz, wo ich Zuhause bin! Ich habe Menschen um mich herum, die mir wichtig sind, denen ich als Christ mit meinem Handeln begegnen kann und muß. Ich werde innerhalb der Gemeinschaft immer wieder ein Sandkorn im Getriebe sein, um die Menschen auf die Probleme aufmerksam zu machen, die ich für mich erkannt habe.


Jesus hat sich für uns auf den Weg gemacht. Wir sollen ihm folgen. Jeder auf seine Art und Weise. Wenn wir dies bedenken und danach handeln, können wir viel bewegen.

Tun wir was und lassen nicht nur die anderen was tun.

Ich denke mit den Formen an Jugendarbeit, die wir bedienen, können wir viel bewegen.

Arbeiten wir intensiv genug daran, um Veränderung herzustellen und vielen Menschen einen geeigneten Parkplatz anbieten zu können?! Ich denke, diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.

Jörg Neff